Vorne die Rheinfront, dahinter ein geschützter Hof: Vorderhaus und Hinterhaus erzählen von Hotelgästen, Weinbau und dem Alltag vergangener Zeiten. Heute führt der Weg durch den Hof zur Ferienwohnung Vianaria 16 im Hinterhaus.
Hotel Ehrhard · spätestens 1909 als Hotel und Weinhandlung belegt
Hotel Ehrhard im Rückspiegel.
Spätestens 1909 hatte Gastlichkeit an dieser Adresse einen Namen: Das Rheingauer Adressbuch führt Jean Ehrhard als Weinhändler und die Witwe des Josef Ehrhard als Hotelbesitzerin und Weinhändlerin – beide an der Rheinstraße 16. Hotel und Weinhandel lagen damit unter einem Dach. Hohe Geschosse, dekorative Fensterverdachungen, Backstein und Vorgarten gaben dem Haus den passenden repräsentativen Auftritt an Rüdesheims Rheinfront.
Später bekam das Haus neue Aufgaben: Zum Gebäudekomplex gehörten im Laufe der Zeit auch Finanzamt, Touristeninformation und zeitweise Räume der Polizei. So blieb die Adresse mit dem öffentlichen Leben Rüdesheims verbunden.
Vorderhaus
Hotel Ehrhard und Weinhandlung.
Das Haus an der Rheinfront empfing Reisende und war zugleich mit dem Weinhandel verbunden. Beides ist für die Rheinstraße 16 spätestens 1909 im Adressbuch belegt.
Hinterhaus · um 1902
Das Leben hinter den Kulissen.
Das Hinterhaus stammt etwa aus dem Jahr 1902. Hier befanden sich ursprünglich unter anderem Küche und Waschküche; in den oberen Geschossen wohnten Kellner und weitere Mitarbeitende des Hotels.
Weinbau im Hinterhaus
Wo einst gekeltert wurde.
Später diente ein Teil des Hinterhauses als Kelterhaus des Weinguts. Die Arbeit rund um den Wein gehörte damit ebenso zur Geschichte des Hofes wie der frühere Hotelbetrieb.
Späterer Umbau
Zwei Maisonettewohnungen.
Bei einer späteren Sanierung und Umgestaltung wurden im Hinterhaus zwei wunderschöne Maisonettewohnungen geschaffen. Eine davon ist heute Vianaria 16 – Ihr Zuhause auf Zeit in einem Haus mit langer Geschichte.
Ein Blick in die alten Baupläne.
Die Fassade zum Hof und die beiden Wohnebenen zeigen, wie das Hinterhaus gestaltet und zum Wohnen auf zwei Etagen aufgeteilt wurde.
Sie war keine romantische Ausflugsbrücke, sondern zunächst ein strategischer Eisenbahnbau: Die zweigleisige Verbindung verknüpfte die rechte Rheinstrecke mit Nahe- und Glanbahn und schuf eine zusätzliche militärische Route Richtung französische Grenze. Nach dem Ersten Weltkrieg durften zeitweise auch Fuhrwerke und Autos hinüber. Im März 1945 wurde die Brücke beim Rückzug von deutschen Truppen gesprengt und danach nicht wieder aufgebaut.
Juni 1913: Baubeginn auf Höhe der Rüdesheimer Aue.
16. August 1915: Eröffnung als zweigleisige Eisenbahnbrücke mit Gehwegen.
Seit 1918: Hindenburgbrücke genannt; 1920 bis 1930 auch für zivilen Straßenverkehr geöffnet.
15. März 1945: Sprengung der Stromüberbauten durch die Wehrmacht beim Rückzug.
1948: Bergung und Zerlegung der im Rhein liegenden Stahlteile; die steinernen Reste blieben.
Das private Familienfoto zeigt Katharinas Großeltern Hella – Helene Ottilie Barth, geborene Beiderlinden – und Hans, Johann Baptist Barth. Sie stehen vor den Resten der Hindenburgbrücke, während die Anlage in der Nachkriegszeit geräumt und demontiert wurde. Die Aufnahme ist in der Familie auf etwa 1950 datiert.
03
03 · Obergeschoss · Rheinromantik
Zwei Wächter am Rhein.
Der Binger Mäuseturm steht im Strom, Burg Ehrenfels sitzt im Rüdesheimer Weinberg. Um 1300 arbeiteten beide als kurmainzisches Zoll- und Kontrollteam am engen Binger Loch – Mittelalter mit bester Aussicht.
Kein Rheindampfer, sondern das Rüdesheimer Weinschiff: Für das Weinfest 1933 baute die Marine-Kameradschaft einen 15 Meter langen, rund 130 Zentner schweren Schiffskörper auf einen Lastwagen. Ein Festwagen mit maximalem Auftritt.